Die heimischen Raubfliegen vorgestellt von Frank Dickert

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Die Familie der Raubfliegen - Asilidae Latreille, 1802

Weitere Namen

Beschreibung

Die Raubfliegen erreichen in Europa eine Körpergröße zwischen vier bis 40 Millimeter. Größenschwankungen von mehreren Millimetern innerhalb einer Art sind dabei häufig. Ihre Körperform ist sehr unterschiedlich und reicht von schlanken, libellenartigen Tieren über spinnenähnlich langbeinige Arten bis hin zu großen und kräftigen mit einem gedrungenen Körperbau. Jedoch haben alle Raubfliegen einen kurzen, stets frei beweglich Kopf. Die drei Punktaugen liegen auf einem Höcker zwischen den zwei Komplexaugen. Im unteren Teil des Gesichtes zwischen Fühlern und Rüsselbasis befindet sich bei größeren Arten der "Knebelbart", bestehend aus Büscheln längerer Borsten und Haare. Die gradlinig nach vorn gerichteten Fühler sind dreigliederig. Der harte, spitze Stechrüssel ist etwa so lang wie der Kopf und nach unten oder nach vorn gerichtet. Der Stechapparat besteht aus dem unpaaren, kräftig chitinisierten Hypopharynx, der zusammen mit den beiden ihm vorn anliegenden Maxillen ein geschlossenes Saugrohr bildet. Labellen und Mandibeln sind kaum entwickelt.
Die Raubfliegen lauern auf ihrere Beute, Zweiflügler, Hautflügler, Käfer, Wanzen und Zikaden, an Waldrändern, Büschen, Pfählen, Baumstämmen, Steinen oder im Gras. Die Beute wird in der Luft mit den ausgebreiteten, beborsteten Raubbeinen ergriffen und mit einem Stich getötet. Abgegebener Speichel lähmt das Beutetier und verflüssigt gleichzeitig dessen Körpergewebe. Das Aussaugen, das längere Zeit in Anspruch nimmt, geschieht im Sitzen. Da sie ihre Beute oft im Flug wie ein Raubvogel erjagen werden sie im Volksmund auch als Habichtfliegen bezeichnet.
Die Paarung der Raubfliegen findet in der Luft oder am Boden statt. Bei manchen Arten beginnt sie auch in der Luft und wird dann am Boden beendet. Bei einigen Arten findet auch, vor dem sitzenden Weibchen, eine Flugbalz des Männchens statt. Auch die Eiablage ist bei dieser Familie sehr unterschiedlich. Sie reicht vom Fallenlassen im Fluge über das Eingraben in Sand bis zur Ablage in Holz- und Rindenritzen, an Moos und an Gräsern.

Die blinden teils schlanken, teils mehr gedrungenen Larven sind Pflanzenfresser oder leben von anderen Insektenlarven in moderndem Holz oder in der Erde. Sie haben sowohl an den ersten drei Segmenten als auch am letzten Segment charakteristischen Borsten. Zur Fortbewegung besitzen sie Kriechwarzen. Ihre Entwicklung kann mehrere Jahre dauern wobei sie sowohl die Nahrungsaufnahme als auch das Wachstum im Winter unterbrechen. Aktiv sind sie von Frühling bis Herbst.
Die beweglichen Puppen können sich mit Hilfe von nach hinten gerichteten Dornenkränzen und Haken vor dem Schlüpfen an die Oberfläche vorarbeiten.

Systematische Einordnung

Reich: Animalia Linnaeus, 1758 - Tiere
Unterreich: Eumetazoa Bütschli, 1910 - Gewebetiere
Stamm: Arthropoda Latreille, 1829 - Gliederfüßer
Unterstamm: Hexapoda Blainville, 1816 - Sechsfüßer
Klasse: Insecta Linnaeus, 1758 - Insekten
Ordnung: Diptera Linnaeus, 1758 - Zweiflügler
Unterordnung: Brachycera Schiner, 1862 - Fliegen
Familie: Asilidae Latreille, 1802 - Raubfliegen

Von den weltweit 7.531 Arten dieser Familie sind in Europa 524 und in Deutschland die folgenden 80 Arten, die sich in sechs Unterfamilien mit sieben Sippen und 30 Gattungen gliedern, nachgewiesen:

Unterfamilie Asilinae

Unterfamilie Dasypogoninae

Sippe Dasypogonini

Sippe Isopogonini

Sippe Molobratiini

Unterfamilie Laphriinae

Sippe Andrenosomini

Sippe Laphriini

Unterfamilie Leptogastrinae

Unterfamilie Stenopogoninae

Sippe Cyrtopogonini

Sippe Dioctriini

Unterfamilie Stichopogoninae

Verbreitung

Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Lichtenstein, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland und Zypern. Neben Europa findet man diese Familie auch in der Äthiopis, im Nahen Osten, der Nearktis, Nordafrika, der östlichen Paläarktis und in der Orientalis.

Quellen

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