Die heimischen Borkenkäfer vorgestellt von Frank Dickert

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Die Unterfamilie der Borkenkäfer - Scolytinae Latreille, 1804

Beschreibung

Die Borkenkäfer leben unter der Rinde oder im Holz unserer Nadel- und Laubbäume, die sie oft zum Absterben bringen, weshalb sie als Forstschädlinge eine hohe wirtschaftliche Bedeutung besitzen. Andere kommen auch in den Stängeln verschiedener krautartiger Pflanzen vor, besonders in Wolfsmilch (Euphorbia) und Waldreben (Clematis).

Bei den Arten dieser Unterfamilie, die unter der Rinde oder im Holz leben, pflegen die Holz- und Rindenfrassschäden in verschiedener Weise zum Ausdruck zu kommen. Man nennt sie Frassbilder und nach ihnen ist man auch imstande, die Art des Käfers zu bestimmen. Die Weibchen der Arten, die unter der Rinde brüten, legen einen kräftigen Muttergang an, an dessen Seiten sie ihre Eier haufenweise oder in geringen Abständen einzeln ablegen. Die jungen Larven fressen dann meist radial Gänge zu ihrer Ernährung, die sog. Larvengänge. Eine Erweiterung im Muttergang, in der die Paarung der entwickelten Käfer stattfindet, nennt man Rammelkammer. Ein anderer Teil der Borkenkäfer brütet nicht unter der Rinde, sondern direkt im Holz. Der weibliche Mutterkäfer bohrt den Muttergang ins Holz, wo er meist leiterartige Abzweigungen aufweist.Die jungen Larven ernähren sich bei diesen Arten von dem ausschwitzenden Baumsaft und den Mikropilzen, die sich hier angesiedelt haben. Die Männchen dieser Borkenkäferarten verlassen selten die Brutgänge der Hölzer, was dazu führt, dass man sie nur selten findet.

Kränkelnde oder geschwächte Bäume werden von den Borkenkäfern bevorzugt befallen. Gesunde Bäume werden nur dann befallen, wenn sie keine kränkelnden oder geschwächten Bäume finden. Die Forstwirte schützen sich deshalb vor den Rindenbrütern durch "Fangbäume". Dazu fällen sie einzelne Bäume und überlassen sie der Bebrütung durch Borkenkäfer. Nach Entwicklung der Brut werden die Fangbäume entrindet und die Borke samt der darin enthaltenen Borkenkäfer verbrannt.

In älteren Werken trägt die Unterfamilie noch den wissenschaftlichen Namen Ipidae. Je nach verwendeter Literatur wird diese Unterfamilie auch als eigene Familie Borkenkäfer (Scolytidae Latreille, 1804) geführt.

Systematische Einordnung

Reich: Animalia Linnaeus, 1758 - Tiere
Unterreich: Eumetazoa Bütschli, 1910 - Gewebetiere
Stamm: Arthropoda Latreille, 1829 - Gliederfüßer
Unterstamm: Hexapoda Blainville, 1816 - Sechsfüßer
Klasse: Insecta Linnaeus, 1758 - Insekten
Ordnung: Coleoptera Linnaeus, 1758 - Käfer
Unterordnung: Polyphaga Emery, 1886
Unterstordnung: Cucujiformia Lameere, 1938
Überfamilie: Curculionoidea Latreille, 1802
Familie: Curculionidae Latreille, 1802 - Rüsselkäfer
Unterfamilie: Scolytinae Latreille, 1804 - Borkenkäfer

Von den etwa 5.000 beschriebenen Arten die es weltweit gibt, sind in Europa 269 und in Deutschland die folgenden 111 Arten, die sich in 16 Sippen, zwei Untersippen und 36 Gattungen gliedern, nachgewiesen:

Sippe Corthylini LeConte, 1876

Untersippe Corthylina LeConte, 1876

Untersippe Pityophthorina Eichhoff, 1878

Sippe Cryphalini Lindemann, 1877

Sippe Crypturgini LeConte, 1876

Sippe Dryocoetini Lindemann, 1877

Sippe Hylastini LeConte, 1876

Sippe Hylesinini Erichson, 1836

Sippe Ipini Bedel, 1888

Sippe Phloeosinini Nüsslin, 1912

Sippe Phloeotribini Chapuis, 1869

Sippe Polygraphini Chapuis, 1869

Sippe Scolytini Latreille, 1804

Sippe Taphrorychini Reitter, 1913

Sippe Thamnurgini Nüsslin, 1911

Sippe Tomicini Wood, 1978

Sippe Xyleborini LeConte, 1876

Sippe Xyloterini LeConte, 1876

Verbreitung

Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Moldavien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland und Zypern. Neben Europa findet man diese Unterfamilie auch im Nahen Osten, Nordafrika und der östlichen Paläarktis.

Quellen

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