Die heimischen Blattkäfer vorgestellt von Frank Dickert

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Die Familie der Blattkäfer - Chrysomelidae Latreille, 1802

Beschreibung

Die kleinen bis mittelgroßen Käfer ernähren sich überwiegend von Pflanzen. Viele von ihnen gelten in der Landwirtschaft als Schädlinge.
Schildchen ohne Enddorne, oder sie sind schwer erkennbar, bei den Erdflöhen ist ein einzelner, kräftiger Enddorn auf den Hinterschildchen vorhanden. Kopf vor den Augen selten mit parallelen Wangen und eckigen, seitlich vortretenden Backen, Schläfen kurz oder fehlend, die Augen meistens den Vorderrand des Halsschils berührend, die Seiten des letzteren meistens scharf gerandet. Körper selten lang und parallel, meist oval oder rundlich mit starker Wölbung, und oben meistens kahl.

Die Larven verfertigen sich entweder einen hartschaligen Sack aus ihrem Kote, den sie herumtragen und in dem sie ihre Verwandlung durchmachen; oder sie bilden aus dem Kote einen Sack auf dem Rücken. Andere leben gesellschaftlich in Anschwellungen der Pflanzenstengel und verfertigen sich hier zur Verpuppung einen Kokon, oder sie leben einzeln in Blattminen, oder in Gängen unter der Wurzeloberhaut, letztere Arten verpuppen sich in der Erde. Sehr viele Larven leben frei an der Nährpflanze an den Blättern, oder an den Stengeln verschiedener Wasserpflanzen unterhalb des Wasserspiegels.
Die meist frei auf den Blättern der Pflanzen stattfindende Entwicklung der Larven gestattete, sie leicht in allen Phasen zu beobachten und deshalb ist die Kenntnis ihrer ersten Entwicklungsstufen besser als bei anderen Familien.

Systematische Einordnung

Reich: Animalia Linnaeus, 1758 - Tiere
Unterreich: Eumetazoa Bütschli, 1910 - Gewebetiere
Stamm: Arthropoda Latreille, 1829 - Gliederfüßer
Unterstamm: Hexapoda Blainville, 1816 - Sechsfüßer
Klasse: Insecta Linnaeus, 1758 - Insekten
Ordnung: Coleoptera Linnaeus, 1758 - Käfer
Unterordnung: Polyphaga Emery, 1886
Unterstordnung: Cucujiformia Lameere, 1938
Überfamilie: Chrysomeloidea Latreille, 1802
Familie: Chrysomelidae Latreille, 1802 - Blattkäfer

Von den etwa 50.000 beschriebenen Arten die es weltweit gibt sind in Europa 1.758 und in Deutschland die folgenden 545 22) - 25) Arten, die sich in elf Unterfamilien mit elf Sippen, fünf Untersippen 22), 80 Gattungen 22), 24) und 71 Untergattungen gliedern, nachgewiesen.

Unterfamilie Alticinae Newman, 1835 - Flohkäfer

Unterfamilie Bruchinae Latreille, 1802 - Samenkäfer

Sippe Amblicerini Bridwell, 1932

Untersippe Amblicerina 5)

Sippe Bruchini Latreille, 1802

Untersippe Acanthoscelidina Bridwell, 1946

Untersippe Bruchina Latreille, 1802

Unterfamilie Cassidinae Gyllenhal, 1813 - Schildkäfer

Sippe Cassidini Gyllenhal, 1813

Unterfamilie Chrysomelinae Latreille, 1802

Unterfamilie Criocerinae Latreille, 1804

Unterfamilie Cryptocephalinae Gyllenhaal, 1813 - Fallkäfer

Fallkäfer spec. - Larve
 Fallkäfer spec.
 Bildergalerie mit 3 Bildern
 

Sippe Clytrini Kirby, 1837

Sippe Cryptocephalini Gyllenhaal, 1813

Sippe Pachybrachini Chapuis, 1874

Unterfamilie Donaciinae Kirby, 1837

Unterfamilie Eumolpinae Hope, 1840

Sippe Adoxini Baly, 1863 17)

Sippe Eumolpini Hope, 1840

Unterfamilie Galerucinae Latreille, 1802

Sippe Galerucini Latreille, 1802

Sippe Luperini Gistel, 1848

Untersippe Diabroticina Chapuis, 1875 22)

Untersippe Luperina Gistel, 1848

Sippe Sermylini Wilcox, 1965 20)

Unterfamilie Hispinae Gyllenhal, 1813 21)

Unterfamilie Lamprosomatinae Lacordaire, 1848

Anmerkungen:
1) Nach Döberl (2010) Geoffroy, 1762
2) Nach Döberl (2010) Chevrolat, 1836
3) Nach Döberl (2010) Foudras, 1861
4) Nach Döberl (2010) Latreille, 1829
5) Nach Anton (2010) Spermophagina Borowiec, 1987
6) Anton (2010) ordnet diese Gattung der Untersippe Acanthoscelidina zu
7) Nach Kippenberg (2010) Bedel, 1892
8) Nach Kippenberg (2010) Chevrolat, 1836
9) Kippenberg (2010) ordnet diese Gattung als Untergattung Hydrothassa C. G. Thomson, 1859 der Gattung Prasocurius Latreille, 1802 zu
10) Nach Kippenberg (2010) Latreille, 1829
11) Nach Schmitt (2010) Geoffroy, 1762
12) Nach Schmitt (2010) Reitter, 1913
13) Nach Lopatin, Smetana & Schöller (2010) Geoffroy, 1762
14) Nach Lopatin, Smetana & Schöller (2010) Chevrolat, 1836
15) Nach Schöller, Löbl & Lopatin (2010) Chevrolat, 1836
16) Nach Silfverberg (2010) C. G. Thomson, 1859
17) Nach Moseyko & Sprecher-Uebersax (2010) gibt es in dieser Unterfamilie keine Sippe Adoxini Baly, 1863, sie ordnen die Gattungen der Sippe Bromiini Chapuis, 1874 zu
18) Nach Beenen (2010) Dillwyn, 1829
19) Nach Beenen (2010) Chevrolat, 1836
20) Nach Beenen (2010) gibt es in dieser Unterfamilie keine Sippe Sermylini Wilcox, 1965, er ordnet die Gattungen der Sippe Hylaspini Chapuis, 1875 zu
21) Nach Borowiec & Sekerka (2010) gibt es diese Unterfamilie nicht, sie ordnen die Gattung der Sippe Hispini Gyllenhall, 1813 in der Unterfamilie Cassidinae zu
Zusätzlich zu den 540 Arten der Fauna Europaea habe ich die folgenden Arten aufgenommen:
22) Diabrotica virgifera LeConte, 1858 aufgrund der Veröffentlichung von Hornig et al. (2014)
23) Acanthoscelides pallidipennis (Motschulsky, 1873) aufgrund der Veröffentlichung von Jung (2014)
24) Megabruchidius dorsalis (Fåhraeus, 1839) und Megabruchidius tonkineus (Pic, 1904) aufgrund der Veröffentlichungen von Esser (2014) und Rheinheimer (2014)
25) Bruchidius siliquastri Delobel, 2007 aufgrund der Veröffentlichung von Rheinheimer & Hassler (2013)

Verbreitung

Albanien, Andorra, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Lettland, Lichtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mazedonien, Moldavien, Monaco, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, San Marino, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Weißrussland und Zypern. Neben Europa findet man diese Familie auch in der Äthiopis, der Australis, im Nahen Osten, der Nearktis, Nordafrika, der östlichen Paläarktis und in der Orientalis.

Quellen

Seitenhistorie

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